Die AfD in NRW verstößt auf höchster Ebene gegen die Corona-Schutz-Verordnung

19. August 2020 1 Von Henry Stutzen

Am Sonntag, den 16. August, startete die Nordrhein-Westfälische AfD ihren Kommunalwahlkampf in einem dem Abriss “geweihten” Veranstaltungskomplex zwischen Bergischem Land und Ruhrgebiet.

Nur saßen die ohnehin schon spärlichen Teilnehmer in Stuhlreihen dicht an dicht nebeneinander, wie in Zeiten vor der Covid 19 Pandemie.

Auf dem Papier – also für die Behörden – trickste man es jedoch so, dass der Eindruck entsteht, als sei der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten worden – und zwar folgendermassen:

Die Stühle in den Reihen wurden zwar mit Nummern versehen, jedoch nicht fortlaufend, sondern “ein über die andere” Zahl. Die jeweilige Zwischen-Nummer wurde nämlich einfach weg gelassen, obwohl die Stühle ganz normal – wie früher – dicht an dicht nebeneinander standen.

Auf Nr. 1 folgte demnach Nr. 3, auf Nr. 2 folgte Nr. 4 usw. usf.. Mit diesem Trick soll wohl den Kontroll-Behörden vorgegaukelt werden, dass alles corona-schutz-konform zugegangen sei.

Jetzt wird auch klar, warum der normalerweise offiziell für die AfD in Nordrhein-Westfalen (NRW) anerkannte Medien-Fachmann, welcher regelmäßig die Filmaufnahmen bei AfD-Veranstaltungen erstellte, nicht mit seinem Equipment in den Saal herein gelassen wurde: Er hätte die Verstöße ja aufzeichnen können. Der offizielle (!) Kameramann wird nämlich von den AfD-Bezirken Köln, Düsseldorf und Arnsberg überhaupt nicht anerkannt (entgegen der Beschlusslage des früheren Landesvorstandes) und vorliegend entsprechend blockiert bzw. ausgesperrt. Ironie des Ganzen: die gerade von der AfD viel gescholtenen Medienvertreter der sogenannten “Lügen-Presse” (z.B. WDR) durften problemlos vor Ort sein. Offenbar ist diesen das dichte Beisammensein der AfD-ler erst gar nicht aufgefallen. Dabei wurde es ihnen sehr leicht gemacht, denn die “Nummern-Girls-und Boys” auf der Bühne, welche die ganze Zeit über Schilder mit Wahl-Sogans hoch hielten, saßen auch ganz dicht nebeneinander.

Sind die Verantwortlichen der AfD in NRW also noch ganz “dicht”?

Wenn Sie nun demnächst etwas von erhöhten Infektionszahlen in Ennepetal hören sollten, dann kennen Sie jetzt schon den Auslöser.

Das alles ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Bei einer Versammlung zur Wahl der Kommunalwahlkandidaten der AfD im Rhein-Erft-Kreis wurden kürzlich die gebotenen Abstände ebenfalls nicht eingehalten.

Auch hierbei lag offensichtlich Vorsatz vor, denn die Versammlung fand auf einer Empore der eigenen Firmen-Werkstatt des Kreissprechers Franz Pesch statt, welche sowieso schon von Beginn an zu klein für die Anzahl der Mitglieder war. Die mögliche Ausrede, der AfD würden keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, gilt hier ganz und gar nicht. Kurze Zeit vorher traf sich nämlich die Kreis-AfD zu einem Parteitag in einem städtischen Saal in Pulheim – warum also nicht auch bei der Kandidatenaufstellung für Hürth bei Köln – bestenfalls in einem Hürther Gemeindesaal?

Eine Versammlung – quasi beim Kreissprecher zu Hause – hat zudem das Potential, vorhandene Kritiker aus den eigenen Reihen von der Teilnahme an der Versammlung abzuhalten. Ein demokratischer Diskurs und besonders eine demokratische Aufstellung von Kandidaten sieht komplett anders aus. Durch solche unfassbaren Erlebnisse werden unabhängige, noch selbst denkende, Mitglieder bei der AfD regelrecht zu “lupenreinen Demokraten”.